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Deutschland: Google-Pressesprecher Stefan Keuchel im Talk mit freelancermap | Interviews - IT-Projekte für Selbständige und Freiberufler, Projektvermittlung, Projektbörse

 
Interviews

Google-Pressesprecher Stefan Keuchel im Talk mit freelancermap

20.04.2007

Google-Pressesprecher Stefan Keuchel im Talk mit freelancermapGoogle für Freiberufler
FLM: Herr Keuchel, Sind sie der einzige Pressesprecher für Google oder gibt es in einem so großen Unternehmen nicht mehrere Pressebereiche?

S. Keuchel: Der Eindruck, dass wir ein großes Unternehmen sind, der irrt sich. Dass Google in der Tat in Deutschland doch ein relativ kleines Team hat, ist vielen Leuten gar nicht so bewusst, aber das entspricht durchaus der Wahrheit. So sind wir natürlich relativ schlank aufgestellt. Doch inzwischen gibt es im Pressebereich von Google drei kernige Kollegen, die sich über Presseanfragen freuen und sie dann auch versuchen, zu bearbeiten.

FLM: Welche Bereiche wären das, oder sind das noch zusätzliche Kollegen?

S. Keuchel: Wir haben das so aufgeteilt, dass ein Kollege sich um die Betreuung von Deutschland aus kümmert, aber auch um die anderen deutschsprachigen Länder, sprich Österreich und der Schweiz. Ein anderer Kollege von mir kümmert sich um die skandinavischen Länder. Meine reizende charmante Kollegin kümmert sich ansonsten um alle Fragen rund um Google AdWords und um die einzelnen Branchen, die dann eben für AdWords zuständig sind.

FLM: Kann man das Paket eigentlich aufwerten?

S. Keuchel: Zum Start von GMail (heute Google Mail) waren es 1GB Speicherplatz, wir haben das ein Jahr später auf 2GB erhöht und von dem Tag an lief die Uhr und hat mit jedem Tag den Speicherplatz ein klein wenig höher geschraubt und wir liegen jetzt bei knapp 3GB Speicherplatz.

FLM: Jetzt wurden Stellenanzeigen in den USA gefunden, die belegen, dass Google als nächstes Ziel den Fernseher anvisiert. Werden wir in Zukunft unser TVProgramm mit Google am Fernseher suchen können?

S. Keuchel: Es ist gar kein Geheimnis, dass Google immer daran interessiert ist, in verschiedenen Bereichen, Erfahrungen zu sammeln. Im Online-Bereich sind wir schon relativ gut - denke ich - aber der Print-Bereich, der Radio- Bereich, der TV-Bereich, das sind alles natürlich noch Kanäle, die uns natürlich interessieren. Insofern haben wir hier in der Tat vor kurzem bekannt gegeben, dass wir für Werbe-Kunden in den USA zunächst die Möglichkeit bieten, ihre TV-Spots direkt über Google zu buchen. Wir fungieren hier als eine Art Media-Agentur, wenn man so möchte.

FLM: Also der Einstieg in die TV-Werbung in Amerika scheint und wird wahrscheinlich ein lukratives Geschäft sein. Wann können wir Google auf dem deutschen Markt mit TV-Werbespots sehen?

S. Keuchel: Eine eiserne Grundregel von Google ist es, nie über zukünftige Projekte oder Produkte zu sprechen, bevor sie dann wirklich für jedermann erhältlich sind. Sozusagen fällt es mir schwer, eine Aussage zu treffen, die sich in die Zukunft richtet.

FLM: Können Sie uns schon mal was darüber sagen, wie ungefähr das Prinzip von TVAds funktioniert?

S. Keuchel: Wir sind große Fans von relevanter Werbung, wie wir es gerne nennen. Also wir glauben, dass nicht zielgerichtete Werbung auch die Werbung ist, die den Nutzer sozusagen stört, die auch von Nutzern abgelehnt wird. Also versuchen wir, Werbung für den Nutzer auch relevant zu halten, was sich jetzt sehr schön an der Google Suchmaschine sehen lässt. Geben Sie beispielsweise den Begriff „Gartenbank“ ein, bekommen Sie keine Werbung für eine Waschmaschine, einen Neuwagen oder eine Flugreise nach Mallorca zu sehen, sondern Anbieter, die Gartenbänke verkaufen. Das gleiche gilt natürlich auch für digitale Kameras, oder was dort eingegeben wird. Wie wir glauben, ist es das, was Werbung sein sollte. Sie sollte nämlich relevant für den Nutzer sein. Im ursprünglichen Sinne meinen wir, dass Werbung auch eine Art Information letztendlich darstellen kann und nicht einfach nur nervt und sagt, „Kauf mich!“ Relevante Werbung für den Nutzer muss her, was bei den Textanzeigen, die wir im Internet anbieten, bereits sehr gut funktioniert. Bei den anderen Kanälen, sei es Print, Radio oder TV, da tüfteln wir noch ein wenig daran rum, wie man Werbung dort relevanter bekommt.

FLM: Jetzt haben Sie eben erwähnt, dass Google in Deutschland ein kleineres beziehungsweise geschmeidiges Unternehmen ist. Viele IT-Freiberufler fragen sich im privaten oder geschäftlichen Umfeld ständig , wie Google eigentlich in der Organisation mit den Daten positioniert ist?

S. Keuchel: Je nach dem wie viel technisches Verständnis ein Nutzer mit sich bringt, ist es interessant mit anzusehen, dass Google erst dann mit einer Recherche beginnt, nachdem ein Nutzer ein Keyword oder ein Suchwort eingibt - viele Nutzer sind dieser Meinung. Wenn es so wäre, wäre Google niemals in der Lage, innerhalb von einer halben Sekunde alle Seiten zu scannen und dann die Ergebnisse aufzulisten. Was viele Leute gar nicht wissen, ist, dass Google letztendlich in seinem Speicher danach sucht. Das muss man sich so vorstellen, dass ungefähr einmal im Monat, also alle 4-6 Wochen eine Art Fotografie des gesamten Internets erstellt und indexiert wird. Wenn eine Suchanfrage bei Google gestellt wird, wird nicht das Internet, sondern der Speicher von Google durchsucht. Das ermöglicht uns die rasche Geschwindigkeit, in der die Ergebnisse aufgelistet werden. Rechenzentren rund um den Erdball verstreut, verhelfen uns, diese Geschwindigkeit anzubieten.

FLM: Kommen wir zu „Youtube - Broadcast yourself„ zu sprechen. Dieses Portal wurde von Google gekauft. Die Presse schreibt, dass das Portal für 1,65 Milliarden US-$ gekauft wurde, Jawd Karim, einer der drei Youtube Gründer mit 83 Millionen der reichste Student der Welt ist. Wie rechtfertigt man solche hohen Summen? Was ist mit diesem Schritt, Youtube zu kaufen, das Ziel von Google?

S. Keuchel: In der Tat ist das eine der häufigsten Fragen, die von außen stehenden Menschen gestellt wird. Sie können sich vorstellen, dass man solch eine Summe nicht in die Hand nimmt, um ein Portal zu kaufen, welches zum Zeitpunkt des Kaufs 18 Monate alt war. Und es ist ganz interessant, wie die Meinungen da auseinander gehen. Einer der führenden Wirtschaftsredakteure hier in Deutschland hat mich nach der Bekanntgabe des Kaufes von Youtube angerufen und gemeint, dass es ein Schnäppchen gewesen ist. Andere schreiben natürlich auch, dass es eine sehr hohe Summe war, die man dann erstmal auch wieder reinholen muss. Natürlich sind wir der Meinung, dass es eine sehr gut angelegte Situation war, die sich absolut lohnt. Youtube hat in der kurzen Zeit, in der es existent ist, eine enorme Reichweite unter den Nutzern...


Das komplette Interview hören Sie un unserem Podcast.






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