Deutschland: "Service, Service - und an die Kunden denken" (Neubau, Ausbau, Umbau) | Gründer-Reports - IT-Projekte für Freelancer, Selbstständige und Freiberufler
"Service, Service - und an die Kunden denken" (Neubau, Ausbau, Umbau) |
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14.06.2006 Wer sich heutzutage selbstständig macht, wird bestaunt: Der traut sich was. Wer sich im Bauwesen selbstständig macht, wird eher belächelt: Das kann nichts werden. Die meisten Banken winken eher ab bei der Unterstützung so eines Vorhabens. Und doch gibt es Unbeirrbare: erfolgreich dank eines selbstbewussten Geschäftsmodells.
Einer von ihnen ist Stefan Götze, frisch gebackener Stuckateurmeister - und mit 27 einer der jüngsten seiner Zunft. Er hat in Ostfildern den Beruf von der Pike auf gelernt, viele hundert Quadratmeter Hallenwände und Wohnblocks geputzt. Nach zwei Gesellenjahren absolvierte er an der Steinbeis-Schule ein Studium zum Bautechniker, an das er unmittelbar die Meisterausbildung anschloss. Darüber hinaus qualifizierte er sich zum "zertifizierten Energiefachmann im Stuckateurhandwerk". Und gleich am Tag nach bestandener Meisterprüfung im August meldete er sein Unternehmen "raumdesign" an, aus eigener Kraft, ohne Erbschaft oder familiäres finanzielles Hinterland und ohne Banken, aus Prinzip. Er investierte dennoch - in gutes Werkzeug, eine solide Ausrüstung und professionelles Marketing. Dabei hat er keine Illusionen: "Sicher, es ist nicht leicht auf dem Bau derzeit, man weiß nie, ob man nächsten Monat noch genügend Arbeit hat. Andererseits wird durch Jammern nichts besser. Man muss sich eben noch mehr kümmern - um Kunden und um Aufträge. Dann läuft es auch." Nein, ein Geheimnis für die solide Auftragslage gibt es nicht. In Abwandlung der "Focus"-Werbung heißt es bei ihm "Service, Service, Service - und an die Kunden denken". Für ihn bedeutet seine Arbeit mehr, als Wände neu zu putzen oder zu streichen. Er mag die Auftraggeber beraten, wie bei einem alten Haus das Besondere unterstrichen, wie die spezielle Note eines Raumes betont werden kann, informiert gern über ganz neue Baustoffe und Möglichkeiten. Und er ist sich auch für kleine Aufträge am Rande nicht zu schade: Hier eine neue Lampe aufhängen, da Möbel zur Seite rücken, nach getaner Arbeit die Treppe wischen oder den Garten harken, wo das Gerüst stand. Die Maximen des Jung-Meisters sind auf der Homepage nachzulesen: - Der Meister arbeitet stets vor Ort mit - er ist der ständige Ansprechpartner, zudem gehören nur fachlich qualifizierte Arbeiter aus der Region zum Team. - Rücksichtsvolles und sorgfältiges Arbeiten in bewohnten Häusern ist Ehrensache. - Alle Arbeiten werden unter Berücksichtigung des Alltags des Kunden erledigt. - Eine Baustelle wird erst verlassen, wenn der Auftrag erledigt ist. Und noch etwas versteht Stefan Götze bestens: den Umgang auch mit etwas schwierigeren Kunden und Baustellen-Nachbarn. Er umwirbt sie einfach. Schreibt etwa den Nachbarn einen Brief, entschuldigt sich für eventuellen Staub und Lärm und lädt sie einfach ein, zu gucken, was er da macht. Oder er bedankt sich hinterher schriftlich beim Kunden für den Auftrag und wiederum bei den Nachbarn für ihr Verständnis. Was Wunder, dass er in manchen Orten Aufträge in fast jeden Haus im Straßenzug hat? Der Jung-Meister blickt optimistisch in die Zukunft: Gerade erst hat er seinen ersten öffentlichen Auftrag gewonnen: Er putzt den Neubau eines Kindergartens in seiner Heimatgemeinde Neuhausen auf den Fildern. "Es gibt zwar bei Projekten öffentlicher Auftraggeber meist nur sehr geringe Gewinnmargen - aber man darf nicht immer nur das Geschäft sehen. Es macht Sinn, dass nicht so viel Geld wie möglich in den Bau, sondern viel mehr in Einrichtung und Betreuung der Kinder investiert wird." Das sagt einer, der selbst in Kürze Vater wird, und sich durchaus vorstellen kann, dass schon bald auch sein Nachwuchs hier spielt und Freude hat. Autor_Werner Otto, Fachjournalist Kontakt: www.raumdesign.org ![]() "Das Netzwerk für Marketing" (Netzwerkunternehmen)
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Günter Schmitt



