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Mehr schlecht als recht: LTE mit dem neuen iPhone

26.09.2012

Mehr schlecht als recht: LTE mit dem neuen iPhoneApple hatte den Mund ganz schön voll genommen: LTE sollte das iPhone 5 „superschnell“ durch die mobilen Datennetze surfen lassen und sogar gleichzeitig Strom sparen. Doch jetzt zeigt sich, dass die Technik in Deutschland noch lange nicht so ausgereift ist wie sie sein müsste, um Apples Versprechen wahr werden zu lassen.
Auf der amerikanischen Website ist zu lesen: „So macht man LTE richtig“. Das neue iPhone sollte die Nutzung der schnellsten Netze ermöglichen, ohne übermäßige Akkuleistung zu verbrauchen. Auf der deutschen Apple-Website werden weitaus leisere Klänge angeschlagen. Von LTE ist keine Rede, stattdessen heißt es dort: „Das iPhone 5 unterstützt jetzt noch mehr Netze auf der ganzen Welt. Darunter moderne Netze wie HSPA, HSPA+ und DC-HSDPA“.

Die Apple-Manager hätten vielleicht bei der Vorstellung des iPhone 5 am 12. September 2012 darauf hinweisen sollen, dass die Behauptung, die LTE-Technik sei jetzt weltweit nutzbar, nicht so ganz auf das iPhone übertragbar ist. Denn es ist nun mal eine Tatsache, dass noch längst nicht jedes iPhone überall auf der Welt alle LTE-Netze nutzen kann. In Deutschland, wo sich die LTE-Netzabdeckung sowieso noch im Aufbau befindet, werden zur Zeit drei Netze in verschiedenen Frequenzbereichen betrieben: 800, 1800 und 2600 Mhz. Gewinner hierzulande: Die Telekom, denn nur sie hat beim Ausbau in den Städten auf das 1800-Mhz-Frequenzband gesetzt. Und das ist das einzige, welches das neue iPhone unterstützt. Wer also Wert auf LTE legt, ist gezwungen seinen Vertrag bei der Telekom-Tochter T-Mobile abzuschließen.

Ebenfalls interessant ist, dass Apple zwei verschiedene Versionen des iPhone 5 produziert. Eines ist für den amerikanischen Markt bestimmt und unterstützt die LTE-Frequenzen von AT&T. Die zweite Version ist für Europa, Asien und die US-Netzbetreiber Verizon und Sprint konzipiert. Kauft man sich ein deutsches iPhone, kann man also in den USA kein LTE nutzen, weil die entsprechenden Frequenzbänder nur für die in den USA gekauften Geräte freigeschaltet werden.

Bisher hat die Telekom in 61 Städten für LTE-Netze gesorgt, bis zum Jahresende sollen es 100 sein. Auf der Website der Telekom kann man sich eine Karte mit dem aktuellen Stand des Ausbaus ansehen. Doch was einem zuerst ins Auge springt, sind die großen weißen Flächen. Mit Netzen auf anderen Frequenzen ist Deutschland weitaus besser versorgt, doch leider ist eben keine mit dem neuen Turbo-iPhone 5 kompatibel. Nokia hat es schlauer angestellt: Das neue Lumia 920 ist mit einem Qualcomm-LTE-Chip ausgestattet, einem echten Multitalent. Der Chip erkennt alle fünf weltweit genutzten LTE-Frequenzen, deckt sogar noch die amerikanischen WCDMA-Bänder und alle GSM-Netze ab. Mit einem entsprechenden Mobilfunk-Vertrag kann man also auf der ganzen Welt das jeweils schnellste Netz nutzen.

Doch selbst wenn man das iPhone beim „richtigen“ Anbieter kauft, werden dem Kunden Steine in den Weg gelegt. Bei der Telekom muss er nämlich einen Complete-Tarif buchen, um den schnell surfen zu können. Für 30 bis 90 Euro im Monat ist die Höchstgeschwindigkeit nur leider immer noch auf 21,6 Mbit/s begrenzt. Wenn der Kunde tatsächlich mit 100 Mbit/s online gehen will, braucht er die sogenannte Speed Option dazu, die noch einmal 10 Euro mehr kostet. Gnädigerweise wird das jeweils enthaltene Inklusivvolumen damit auch verdoppelt. Das ist zwar nett, aber eben auch dringend notwendig wenn man mit derlei Geschwindigkeiten im Netz unterwegs ist.

Quelle: spiegel.de, abendblatt.de
Bild: © Andreas F. - Fotolia.com






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