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Deutschland: Undercover-Reportage aus Foxconns iPhone-Werk | freelancermap Konkret - IT-Projekte für Freelancer, Selbstständige und Freiberufler







 
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Undercover-Reportage aus Foxconns iPhone-Werk

19.09.2012

Undercover-Reportage aus Foxconns iPhone-WerkDie Aktion erinnert stark an Günter Wallraff: Ein chinesischer Journalist hat in einem Foxconn-Werk am Fließband gearbeitet und seine Erfahrungen in einem Tagebuch verewigt. In dem Werk wird Apples neues iPhone 5 produziert. Die Erfahrungen des Reporters wurden von einer Tageszeitung in Shanghai veröffentlicht und von MIC Gadget zusammengefasst.
Das Foxconn-Werk, in dem der Mann seinen Arbeitsplatz hatte, befindet sich in der Millionenstadt Taiyuan in der nordchinesichen Provinz Shanxi. Gleich am Eingang wurde ihm von einem Sicherheitsmann angeboten, seinen Arbeitsbeginn für umgerechnet 10 bis 20 Euro zu beschleunigen. Die offizielle Bewerbungsprozedur beinhaltete auch einen psychologischen Test mit rund 30 Fragen. Unter anderem wollten seine zukünftigen Arbeitgeber wissen, ob er „kürzlich einen Trancezustand erlebt“ habe.

Sieben Tage lang wurde er eingewiesen, am achten Tag durfte er in die Produktion. Die Arbeiter nächtigten alle in einem Schlafsaal des Foxconn-Werks, den der Journalist als Albtraum beschreibt: “Der ganze Schlafsaal roch nach Müll, als ich hineinging. Es war eine Mischung von über Nacht angesammeltem Müll, vermischt mit Schmutz und Schweiß. Als ich meinen Kleiderspind öffnete, krochen jede Menge Kakerlaken heraus. Die an neue Arbeiter ausgeteilten Bettlaken waren voll von Dreck und Asche.” Die Fenster der Schlafsäle waren vergittert.

Im Arbeitsvertrag wurde besonders die Pflicht zu Geheimhaltung hervorgehoben. Weder technische Einzelheiten, noch Verkaufszahlen, Informationen über das Personalwesen sowie Produktionsstatistiken dürfen an die Öffentlichkeit gelangen. Außerdem müssen die Arbeitnehmer schriftlich versichern, dass ihnen Lärm- und Schadstoffbelastung gesundheitlich nichts anhaben könnten.

Die Einweisung bestand darin, dass die Arbeiter “einfach nur die Anweisungen befolgen müssen”. Eine Checkliste wurde verteilt, auf der sowohl 13 Belohnungen als auch über 70 Strafmaßnahmen aufgeführt wurden. Einen Ausbilder zitiert der Reporter folgendermaßen: “Es wird euch vielleicht nicht gefallen, wie wir Euch behandeln, aber es ist alles zu Eurem eigenen Besten”. Als er den Ausbildern Fragen nach den Suiziden in Foxconn-Werken stellte, erwiesen diese sich als äußerst wortkarg.

Ein Warnschilder am Eingang der Produktionshalle kündigte den Beginn eines “Hochsicherheitsbereichs” an. Gegenstände aus Metall waren komplett verboten. Mit einem Metalldetektor wurde geprüft, ob die Arbeitnehmer Dinge wie Gürtelschnallen, Ohrringe, Kameras, MP3-Player oder Handys mit sich führten. Von einem Arbeitskollegen erfuhr der Undercover-Journalist, dass ein Freund gefeuert wurde, weil er ein USB-Ladekabel dabei hatte.

Die Nachtschicht dauerte zehn Stunden. Der Arbeitsplatz des Reporters war eine Fertigungsstraße, an der die Kopfhörerbuchse und die Connector-Ports des iPhones mit Abdeckklebebändern und Plastikstopfen versehen wurden. Ohne diese Schutzvorrichtungen würde beim nächsten Arbeitsschritt Farbe in die Öffnungen laufen. Seine Aufgabe war es, zur Vorbereitung vier Punkte auf dem iPhone mit einem Stift auf Ölbasis zu markieren. Dazu musste der Gehäusedeckel innerhalb von Sekunden aufgenommen, markiert und schnell zurück auf das laufende Band gelegt werden.

“Nach den immer gleichen Bewegungen über Stunden hinweg bekam ich furchtbare Nackenschmerzen sowie Muskelschmerzen im Arm”, berichtet er. “Ein neuer Arbeiter mir gegenüber war erschöpft und ruhte sich kurz aus. Der Aufseher wurde auf ihn aufmerksam und bestrafte ihn, indem er ihn wie zu Schulzeiten zehn Minuten lang in einer Ecke stehen ließ.”

Eine Pause gab es zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens nicht, anschließend drängte der schreiende Aufseher die Arbeiter zum Weitermachen: “Wir sind alle hier, um Geld zu verdienen! Lasst uns härter arbeiten!” Für zwei Überstunden wurden die Arbeiter mit 27 Yuan, also ungefähr 3,30 Euro, abgespeist.

Quelle: zdnet.de
Bild: © Mirko Raatz - fotolia.com






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